VORSCHAU
Herbst - Abendmusik
zum 200. Geburtstag von Robert Schumann
Sonntag, 26. September 2010, 17.00 Uhr, Kirche Neumünster Zürich
Sonntag, 3. Oktober 2010, 18.00 Uhr, Ref. Kirche Stäfa
Franz Schubert – Ouverture zu „Rosamunde“
Franz Schubert – Ballett- und Zwischenaktmusiken zu „Rosamunde“
R.Schumann – Konzert für Cello und Orchester a-moll op. 129
Solistin: Anna Tyka Nyffenegger, Cello
Neumünster Orchester Zürich
Dirigent: Gunnar Harand
Eintritt frei – Kollekte
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Sang und Klang
Schumann selbst nannte das Werk zunächst „Phantasie“, danach „Konzertstück“ und wies damit auf den nahtlosen Übergang der drei Sätze des Konzertes hin und auf ihre auffallende Einheit. So beginnt der 1. Satz mit drei Bläserakkorden, die dann wiederum das Hauptmotiv des 3. Satzes bilden. Im melodischen Hauptthema und im arabesken Seitenthema des ersten Satzes sind die gesanglichen Möglichkeiten des Soloinstrumentes in höchster und in tiefster Lage voll genutzt. Der 2. Satz „Langsam“ wächst wir eine Blüte unversehens aus den letzten Takten des 1. Satzes hervor. Der 3. Satz „Sehr lebhaft“ führt zu einem mitreissenden Finale – er macht verständlich, dass Schumann sein Cellokonzert eine „heitere Musik“ nannte.
Erinnert man sich an Schumanns Vorliebe für den Gesang und für die menschliche Stimmen, so verstehen wir auch, dass neben Bach und Beethoven vor allem Franz Schubert sein grosses Idol wurde.
„Für den damals (1828) erst bekannt gewordenen Schubert fasste er eine rasende Vorliebe und schaffte alles an, was man bekommen konnte“ schrieb Schumanns Freund E. Flechsig in seinen Erinnerungen. Schumanns Schubert – Verehrung gipfelte in einem sensationellen Erfolgserlebnis: anlässlich einer Reise nach Wien fand er 1839 nach hartnäckiger Suche in einem Winkel bei Schuberts Bruder Ferdinand die verschollen geglaubte C-Dur - Sinfonie Schuberts und erwirkte ihre Uraufführung.
Auch Schuberts Instrumentalmusik ist voll gesanglicher Melodik, schrieb doch dieser Komponist über 600 Lieder und zahlreiche Chorwerke. Egal, ob Klavier-, Kammer- oder Orchestermusik: die Melodien sind das tragende Element.
Dies gilt auch für die Ouverture und für die Bühnenmusik zu „Rosamunde“ aus dem Jahre 1823. Der bedeutungslose Inhalt dieses längst vergessenen Theaterstücks ist heute nicht einmal im Internet ausfindig zu machen, seine Autorin Helmina von Chezy ist mehr durch ihre Memoiren bekannt geworden. Aber Schuberts Musik zu „Rosamunde“ – die Ballettmusiken, vor allem die sanfte „Zwischenaktmusik Nr.5“ (von Schubert nochmals verwendet im Impromtus B-Dur und im Streichquartett a-moll) sind aus dem Musikleben nicht mehr wegzudenken.
Die junge polnische Cellistin Anna Tyka Nyffenegger studierte u.a. bei Milos Sadlo, Michael Flaksman und Thomas Grossenbacher. Sie gewann zahlreiche Preise und Auszeichnungen (z.B. 1. Preis im Lutoslawski-Wettbewerb Warschau) und konzertierte als Solistin in Deutschland, Österreich, Polen, Russland, Italien, Japan und natürlich in der Schweiz, wo sie seit dem Jahre 2000 als 1. Solocellistin des Sinfonieorchesters St. Gallen tätig ist.
Flyer Herbstkonzert 2010
Die Musikwelt feiert in diesem Jahr den 200. Geburtstag von Robert Schumann. Zusammen mit Franz Schubert und Hugo Wolf ist er der bedeutenste deutsche Liederkomponist, was durchaus hervorzuheben ist, weil Schumann vor allem mit Klavier- und Orchestermusik bekannt wurde. Er komponierte aber auch ca. 300 Lieder, darunter die „Dichterliebe“, „Frauenliebe- und – Leben“, die „Mondnacht“ – um nur einiges davon zu nennen.
Schon als 18jähriger schrieb er ins Tagebuch: „…im Gesang ist das höchste vereint: Wort und Ton…er ist die eigentliche Quintessenz des geistigen Lebens“. Und später in seinen „Musikalischen Haus- und Lebensregeln“: „Hast du eine klangvolle Stimme, so säume keinen Augenblick, sie auszubilden, betrachte sie als das schönste Geschenk, das dir der Himmel verliehen!“ Wir verstehen also gut, dass auch Schumanns Instrumentalwerke und speziell seine Klaviermusik eine reiche Melodik enthält und dass zahlreiche Motive daraus auch in seinen Liedern zu hören sind. Clara Schumann hatte also nicht unrecht, als sie sich mit Begeisterung über den „Wohlklang und die tiefe Empfindung aller Gesangsstellen“ in Schumanns Konzert für Cello und Orchester äusserte.